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Damian Hungs

 

Ordensleben

im Deutschen Orden

 

 

Alltagsleben

Ämter und Aufgaben

Kommende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ordensleben im Deutschen Orden


Die Mitglieder des Deutschen Ordens waren vor allem Ordensleute und die Kommende primär ein Kloster. Es spielte hierbei keine Rolle ob es sich um einen Ritter- oder Priesterbruder handelte. Und wie in jedem anderen Kloster, so war auch hier der Tag vor allem durch Gebet und Arbeit geprägt.

 

Im Folgenden wollen wir drei Punkte betrachten: 1.) Altagsleben; 2.) Ämter und Aufgaben; 3.) Kommendenaufbau.

 

1        Alltagsleben in einer Kommende

1.1     Eintritt in die Kommende - Versetzung

Wie die verschiedenen Ritter- und Bettelorden, so kannte auch der Deutsche Orden ein regelmäßiges Versetzungswesen.Über den Landkomtur wurde dem Ordensbruder, dem derzeitigen Komtur und dem zukünftigen Komtur die Versetzung eines Ordensbruders von einer Kommende in eine andere mitgeteilt. Da das Armutsgelübde keinen Besitz zuließ, so packte der Ordensbruder seine Kleider zusammen, vielleicht noch einige Kleinigkeiten, und begab sich in sein neues Kloster. Hier wurde ihm seine Unterkunft zugewiesen und, wenn nicht bereits vorher, auch seine zukünftige Tätigkeit. In dieser, neuen Kommende würde er nun für einige Jahre leben.

 

1.2     Gebet

Das Chorgebet, bestehend aus Matutin, Prim, Terz, Sext, Non und Komplet, war für alle Ordensbrüder verpflichtend. Auch jene, welche nicht lesen konnten, mussten an diesen teilnehmen, sollten aber statt der lateinischen Psalmen eine bestimmte Anzahl von Vaterunser und Ave Maria beten. Waren nicht wenigstens ein Priesterbruder und ein Scholar anwesend, so konnte es gesprochen werden, sonst war alles zu singen.

 

Das Gebet gliederte den Tag:

vor Sonnenaufgang      Matutin

6.00 Uhr                        Hl. Messe und Prim

9.00 Uhr                        Terz

12.00 Uhr                      Sext

15.00 Uhr                      Non

18.00 Uhr                      Vesper und Komplet

 

Zudem wurde nach jeder Hore ein Salve Regina gesungen und zur Prim und zur Komplet das Credo gesprochen.

 

Wie in anderen Klöstern, so gab es ursprünglich wohl auch in jeder Kommendenkirche ein Chorgestühl. Ein solches ist bis heute in der Elisabethkirche zu Marburg oder auch auf der Marienburg zu sehen.

 

1.3     Tätigkeit

Relativ viele Tätigkeit waren durch Ämter vergeben, welcher eine Ernennung vorausgegangen ist. Doch auch die übrigen Ritter- und Priesterbrüder hatten eine tägliche Arbeit/Tätigkeit. Diese würden wir heute vor allem im Bereich der Verwaltung und ihrer Vollstreckung ansiedeln. Dies verwundert jedoch nicht weiter, wenn wir im Hinterkopf haben, dass jede Tätigkeit einen persönlichen Einsatz forderte.

 

Brüder ohne festes Amt waren hierbei multifunktional in ihrer Einsetzung. Bedenken wir hierbei die oftmals geringe Mitgliederzahlen der einzelnen Kommenden, so dürfte es diese selten gegeben haben. Ihre Aufgabe dürfte ihnen durch das Hauskapitel oder durch einen Amtsinhaber, dem sie zugewiesen wurden, gegeben worden sein. Möglicherweise bestand die Tätigkeit aus dem Einziehen von Pachten, dem Kontrollieren der eingehenden Naturalabgaben, wie auch "Schreibaufgaben" und das Beaufsichtigen der Knechte und Mägde.

 

Den Ritterbrüdern wird hierbei sicherlich noch eine regelmäßige Zeit für Waffenübungen zugekommen sein, wobei man diese nicht überbewerten sollte.

 

1.4     Priesterbrüder

Die Zahl der Priesterbrüder einer Kommende war nicht dem Zufall überlassen. Vielmehr gab es an jeder Kommende Altarstiftungen, welche bedient werden mussten, wie auch umliegende Pfründe. Mit jeder Altarstiftung war ein direkter Stifterwille und ein Einkommen verbunden. Diese mussten einzeln verwaltet und erfüllt werden. Für uns heute kaum noch zu verstehen, konnte an einem Altar nur einmal am Tag zelebriert werden und, da der Priester ja auch nur einmal am Tag zelebrieren kann/soll, muss es für diesen Altar auch einen eigenen Vikaren/Benefiziaten geben.Sollte es in einer Kommende also mehr Priester wie Altäre gegeben haben, so waren diese für gewöhnlich Amtsinhaber. Denn, in einem gewissen Sinne, musste jeder seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaften.

 

Neben der täglichen Zelebration, oblag den Priesterbrüdern die Leitung und Durchführung des Chorgebetes, wie auch das Tischgebet. Da eine Kommende, durch die in ihr lebenden Knechte und Mägde, eine feste Lebensgemeinschaft bildete, so waren sie auch für deren Taufen, Hochzeiten, Beichten, Krankensalbungen und Beerdigung zuständig, wie auch für die Sakramentalien. Hierzu kam, eventuell, noch die Verwaltung des Stiftungsvermögens. Dieses bestand zumeist aus Ländereien, Immobilien und Kapitalen. Diese sind in ihrem Umfang nicht zu unterschätzen, warfen sie doch aus ihren laufenden Einnahmen und Zinsen ein ganzes Jahreseinkommen ab. Im übrigen können wir davon ausgehen, dass sie in die Tätigkeiten der Kommende einbezogen wurden.

 

1.5     Mahlzeiten

Die Mahlzeiten wurden stets gemeinschaftlich eingenommen. Während der Mahlzeit gab es eine Tischlesung. Diese bestand aus einem Abschnitt der Ordensregel, der Heiligen Schrift oder einem anderen geistliche Werk. Gab es keine Tischlesung, dies war vor allem in kleineren Kommenden der Fall, so wurde geschwiegen. Die Mahlzeit wurde mit einem Tischgebet und einem Tischsegen eröffnet und auch mit einem Tischgebet geschlossen. Dies war die Aufgabe der Priesterbrüder. Montag, Mittwoch und Freitag galten als Fastentage und es gab kein Fleich. Hierzu gab es noch die allgemeine Fastenzeit vor Ostern und im Advent, wie auch verschiedene Fastentage unter dem Jahr. Die verschiedenen Gänge wurden in Schüsseln gereicht, aus welchen man sich bediente. Diese gingen möglicherweise von oben nach unten durch und beinhalteten vor allem Gemüse und Grütze. Dazu gab es Brot. Die Hauptnahrungsmittel jener Zeit. Man sollte sich das Essen, welches immer an die jeweilige Jahreszeit gebunden war, nicht zu langweilig vorstellen. Es gab zahlreiche Zubereitungsarten, welche heute zwar noch in den Büchern bekannt, aber nicht mehr gebräuchlich sind.

 

1.6     Freizeit

Freizeit war zwar auf dem Papier nicht vorgesehen, doch hat es sie faktisch gegeben. In dieser Zeit ging man spazieren, traf sich mit Freunden und machte Gesellschaftsspiele, vor allem Würfeln. Letzteres war jedoch ausdrücklich verboten, was aber wohl nicht weiter störte. Auch wurde in dieser Zeit gerne ein gewisses Pensum von Alkohol konsumiert. Diese Freizeit muss vor allem an kirchlichen Feiertagen gewesen sein, deren Zahl wesentlich größer war als heute und an denen nicht gearbeitet wurde, wovon das Chorgebet aber ausgenommen ist, da es nicht zur Arbeit gezählt wurde. Urlaub gab es nicht.

 

1.7     Kleidung

Im Mittelalter erhielt jeder Ordensbruder je zwei Paar Hemden und Hosen aus Linnen, dazu Unterhosen. Über diesem wurde ein schwarzer Talar getragen. Der Ordensmantel wurde wohl auch tatsächlich als Mantel verwendet. Hierzu besaß jeder schlichte Schuhe, also ohne Schnabel, Schnallen oder Bänder.