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Kommende Beuggen

 

Geschichte

Komture

Bilder

 

KOMMENDE  BEUGGEN

Ballei Elsass-Burgund

Bistum Konstanz

Land: Deutscher Orden

 

I. Geschichte

Im Mai des Jahres 1246 schenkte Ritter UIrich von Liebenberg dem Deutschen Orden seine Burg und seinen Hof in Beuggen wie auch die dazugehörige Pfarrkirche. Hierzu überließ er ihm auch den Hollwangerhof und die Pfarrei Nollingen. Die einzige Bedingung, die der Stifter stellte, war die Unveräußerlichkeit seiner Schenkung1. Schon ein Jahr später zählte der Kommendenkonvent nicht weniger als zehn Mitglieder, nämlich acht Ritter- und zwei Priesterbrüder2. Eine Zahl, die sich bis etwa 1257 hielt, dann stieg die Zahl der Konventsherren sogar auf zwölf und zur Wende aufs 15. Jahrhundert sogar auf vierzehn3. Nachdem wir erstmals 1297 und 1325 von Schulden der Kommende hören, wurden am 15. Mai 1331 die Schwestern des Konventes Hitzkirch nach Beuggen versetzt4, wo er jedoch bereits 1391 nicht mehr bezeugt ist5. Die Kommende, welche um 1400 im Besitz von 38 Ortschaften und 11 Pfarrkirchen war6, erbaute 1414 eine Schule, die möglicherweise von den vier Ordenspriestern betreut wurde7. In diesem Jahr beherbergte die Kommende zudem einen Pfründner und zwei Pfründnerinnen, eine Institution, welche uns hier erstmals 1286 begegnete. Auf das Haus des ersten Pfründners geht möglicherweise die spätere Firmarie zurück8. In den frühen Jahren konnte die Kommende zahlreiche Schenkungen verbuchen. So bereits 1247 den Hof zu Untermettingen mit allen Einkünften und Leibeigenen9, 1264 der halbe Hof zu Birndorf und die dortige Pfarrei, 1269 die Pfarrei Lengnau. Überhaupt gelangten nicht weniger als dreizehn Pfarreien durch Schenkung und Kauf in den Besitz der Kommende10. Bis zum 15. Jahrhundert war sie zudem auch im Besitz von Zwing, Bann und Niedergerichtsbarkeit in Beuggen, Karsau, Riedmatt und Lengnau11. Hierzu traten noch Fischereirechte im Rhein und den nicht schiffbaren Gewässern der Umgebung12. Das frühe 15. Jahrhundert war die Blütezeit der Kommende. So sind zu dieser Zeit nicht nur die Hausämter des Tresslers, Küsters, Hofmeisters und Kellermeisters belegt13, sondern für das Jahr 1414 ein wirtschaftlicher Reingewinn von 2.642 Gulden14. 1410/11 umfasste der Konvent acht Ritter- und sechs Priesterbrüder15.

 

II. Komture16

Gottfiried (1246) ?

H. von Bermatingen (1256/57)

Reinlohe von Stolzheim (1266 - ? )

Rudolf von Yberg (erw. 1269)

Ulrich von Klingen (1271-1276)

Konrad von Hagenbach (1285)

Ulrich von Jestetten (1286-?)

Eberhard von Sulzberg (1284-n. 1298)

Albert von Klingenberg (1299—n.1301)

Bertold von Buchegg (1305-n. 1311)

Peter von Stoffeln (1316-n. 1331)

Heinrich von Biengen (1334-n.. 1336)

Andreas von Hergheim (1345)

Johann von Rotenstein (1347-1350)

Heinrich von Ringgenberg

Mangold von Brandis (erw. 1358)

Johann von Rotenstein (1361)

Jakob von Reinach (erw. 1369)

Bertold von Dankretsweiler (erw.1370)

Franz Senno (1372-1373)

Arnold Schaler (1373)

Dietrich von Venningen (1374)

Vinzenz von Bubenberg (erw. 1380)

Heinrich von Schletten (1384-1386)

Vinzenz von Bubenberg (erw. 1388)

Rudolf von Randegg (erw. 1391)

Marquard von Baden (1394-1413)

Stephan Strowin (1408)

Andreas von Morsberg (1416-1419)

Panthaleon von Heidegg (1422-1430)

Burkard von Schellenberg (1428-n. 1443)

 

1 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 25
2 Herwig John, Materielle Ausstattung der Kommende Beuggen., in: Kreuz und Schwert, Mainau 1991, S. 115
3 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 34
4 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 56
5 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 58
6 Karl Otto Müller, Beschreibung der Kommenden der Deutschordensballei Elsaß-Schwaben-Burgund im Jahre 1393, Stuttgart 1958, S. XVII
7 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 50
8 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 64
9 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 65
10 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 77
11 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 88-89
12 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 123
13 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 114-115
14 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 103
15 Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65
16 Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfange der Ballei Elsass-Burgund, BadGodesberg 1977, S. 159-180

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