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Kommende Brakel

 

Geschichte

Komture

Bild

 

 

Ballei Westfalen

Bistum Münster

Land: Grafschaft/Herzogtum Mark

 

I. Geschichte

Die Kommende wurde erstmals im Jahre 1290 erwähnt, bestand aber wohl schon früher. 1295 lebte in der Kommende, zu der auch Pfarrkirche von Brackel gehörte, der Komtur, zwei Ritterbrüder und ein Priesterbruder erwähnt. Später waren es in der Regel nur noch der Komtur und der erwähnt. Im 14. Jahrhundert besaß die Kommende fast ihre gesamte Umgebung. Dies waren 50 bis 80 Morgen Ackerland, 18 bis 30 Morgen Wiesen, abgabepflichtige Bauernhöfe, Fischteiche und eine Kohlegrube, wozu 1562 noch die Oberaufsicht über die umfangreichen Reichswälder kam1. Mit hohen landesherrlichen Steuern belegt, betrug ihr Einkommen 1533 150 Gulden2. Um 1554 führte der Ordenspriester Arent Rupe, unterstützt durch den Komtur, die Reformation ein, wobei der Chorraum der Kirche dem katholischen Gottesdienst erhalten blieb3. In den Folgen des Truchsessischen Krieges wurde die Kommende 1582 und 1583 geplündert. Am 17. Dezember 1593 durch die Truppen der Generalstaaten und auf Jahrzehnte wirtschaftlich ruiniert, wurde sie im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges von verschiedenen Truppen besetzt, so dass sie 1651 baufällig und ohne Dach war. Nunmehr unbewohnbar, betrugen die Schulden der Kommende schließlich im Jahre 1657 2.600 Thaler. Seit 1665 verpachtete die Ballei die Kommende für jährlich 350 Taler als Landgut. Da die Pachteinnahmen jedoch nicht regelmäßig gezahlt wurden, musste man immer wieder auf Zwangseintreibungen zurückgreifen, wobei man von der Landesregierung Unterstützung erhielt. Bis 1674 sanken die Jahreseinnahmen dann schließlich auf knapp 200 Taler. Nachdem man sich zum Verkauf der Kommende durchgerungen hatte, wozu der Hochmeister 1701 seine Erlaubnis erteilt hatte, fand sich aber kein Käufer, da die auf der Kommende liegenden Schulden und die hohe Steuerlast abschreckten4. Erst als man 1715 den Komtur von seiner Residenzpflicht entbunden hatte, wurde eine ökonomische Aufwärtsentwicklung leichter. Nachdem 1720 eine Auslösung verpfändeter Güter gelungen war, griff der Komtur von Schlamersdorff erneut in die Verwaltung der Kommende ein und verursachte bald ein heilloses Durcheinander. Nachdem er dann auf das Ordenshaus einen Kredit aufgenommen hatte, wurde die Kommende seiner Leitung und Nutzung entzogen und Schlamersdorf mit Deputationszahlungen abgefunden. Schließlich war die Kommende 1782 ohne Schulden, doch wurde sie schon am 5. Juni 1802 säkularisiert5. Die Kommende, bestehend aus einem Komturshaus und einem wenige Schritte davon entfernten Pfarrhaus6, lag in einem unbefestigten Dorf, welches in einem Durchmarschgebiet zahlreicher Truppen lag7. Ursprünglich 80 Morgen Ackerland und 18 Morgen Wiesen bewirtschaftend8, sank dieser Umfang bis 1668 auf 51 Morgen9.

 

II. Komture10

Johann von Heiden (1500-1521)

Adam von Heiden (1527)

Dietrich von Heiden (1533-1536)

Bernhard de Bever (1544-1554)

Jost Stael (vor 1565-1566)

Johann up dem Berge (1566-1588/89)

Johann von Hanxleden (1591-1600)

Melchior von Loe (1601-1609)

Johann Dietrich von Heiden (1625-1628/29)

Henrich von Ittersum (1629-1636/37)

Eberhard von Dellwig (1638-1658)

Johann Winold von Westrem (1662-1663)

Franz Wilhelm von Fürstenberg (1664-1671)

Johann Hunold von Plettenberg (1671-1675)

Rab Henrich von Westrem (1675-1677)

Johann Hunold von Plettenberg (1677-1679)

Ferdinand Alexander von Wrede (1679-1685)

Georg Levin von Nagel (1692-1694)

Rosier Gottfried von Dellwig (1695-1704)

Ferdinand Mauritz von Korff (1705-1712)

Ferdinand Gaudenz von Westrem (1713-1716)

Johann Heidenreich von Ketteler (1716-1718)

Franz Wilhelm von Schade (1718-1724)

Ferdinand Johann von Holdinghausen (1724-1726)

Hermann Wennemar von Horde (1727/28)

Franz Xaver von Roll (1729-1732)

Gottgab Matthias von Geldern (1732-1736)

Ferdinand Moritz von Mengersen (1737-1746)

Moritz Wilhelm von Mengersen (1747-1761)

Karl von Schlamersdorff (1764-1798)

Johann Philipp Wilhelm von Wydenbruck (1800-1809)

 

1 Sascha Schug, Der Deutsche Orden in Westfalen: von der Reformation bis zur Säkularisation, o. O.2016, S. 81-83

2 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 26-27

3 Sascha Schug, Der Deutsche Orden in Westfalen: von der Reformation bis zur Säkularisation, o. O.2016, S. 84-85

4 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 29-32

5 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 34-35

6 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 26

7 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 29

8 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 27

9 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 31

10 Hans Jürgen Dorn Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 222

 
Kommende Brackel (1890).
Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen
Ordens, Bd. 26), Marburg 1978Kommende Brackel (1890). Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 26), Marburg 1978