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Kommende Linz

 

Ballei Österreich

Bistum Passau, ab 1784 Bistum Linz

Land: Österreich

 

I Geschichte

Die Gründung der Kommende Linz hat ihren Anfang in einer Stiftung des Salzburger Erzbischofs Johann Ernst Graf Thun, welcher zu diesem Zweck 1701 30.000 Gulden bereit stellte. Die Grafen von Harrach, welche den Nachfolger Thuns in Salzburg stellten, verfolgten das Ziel der Kommendengründung weiter. So positiv der Hochmeister auch dem Gründungsgedanken gegenüberstand, er band seine Zustimmung an die Freigabe des Stiftungskapitals und den Kauf eines entsprechenden Gebäudes. Da die Stiftung in Harrachschen Händen lag und diese zugleich einen Sohn der Familie in den Orden aufgenommen und mit einer Kommende in Linz betraut sehen wollten, sollten diese zugleich noch die Genehmigung zur Errichtung einer Hauskapelle beschaffen. Am 26. Oktober 1711 erwarb der Erzbischof von Salzburg, für den Deutschen Orden, das Haus derer von Kevenhüller. Dieses wurde zwischen 1620 und 1627 errichtet, kostete 17.000 Gulden und wurde 1713 zur Kommendengründung an den Deutschen Orden übergeben. Am 30. Juni gleichen Jahres erteilte der Kaiser, als Landesherr, dann auch die Erlaubnis zur Kommendengründung. Nach einigen Wirrungen wurde dann am 23. März 1715 der erste Komtur des Hauses berufen werden, welches jährlich etwa 1.800 Gulden an Zinsen erwirtschaftete. In den kommenden Jahren musste das gesamte Gebäude saniert und die Kommendenkirche neu errichtet werden. Letztere konnte dann am 3. Juni 1725 durch den Bischof von Passau geweiht werden. Auch wurde eine Bibliothek eingerichtet, die bis 1737 bereits 764 Bücher umfasste. Zerschlagen hat sich der Versuch einer Spitalstiftung. Vielmehr übernahmen die Insassen des Starhembergschen Spitals die Privilegien eines Ordensspitals, ohne dieses aber jemals gewesen zu sein, wohl weil sie durch den damaligen Landkomtur begründet worden waren. Als die Kommende 1741/42 erst von bayerischen, dann von französischen Truppen belegt worden war, geriet sie unter Artilleriefeuer. Nachdem Komtur von Harrach 1764 verstorben und der Kommende noch einiges an Vermögen hinterlassen hatte, zog der Landkomtur deren Vermögen ein und übernahm selbst die Stelle des Komturs. Ein Grund hierfür mag die schwache Wirtschaftskraft der Ordensniederlassung gewesen sein. Das schnell aufgebrauchte Stiftungsvermögen und die Tatsache, dass die Kommende seit 1785 mehr Ausgaben als Einnahmen verzeichnete, führte zu einer Vermietung der Räumlichkeiten und 1796 zu ihrer Aufhebung und dem Verkauf der Gebäude. Die geistliche Verwaltung der Ordenskirche, welche bis dahin von Priestern des Deutschen Ordens ausgeübt worden war, übertrug der Landkomtur bereits 1765 den Kapuzinern1.

 

II Komture2

Johann Joseph Philipp Graf Harrach (1715-1764)

Karl Graf Colloredo (1764-1786)

Alois Graf Harrach (1786-1796)

 

 
1 Johannes Maria Mühllechner, 300 Jahre Deutscher Orden in Linz, Linz 2013, S. 49-59
2 Johannes Maria Mühllechner, 300 Jahre Deutscher Orden in Linz, Linz 2013, S. 49-59