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Kommende Lüttich

 

Geschichte

Komture

Bilder

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Fürstbistum Lüttich

 

I. Geschichte

Jacobus de Cheles, ein Lütticher Adliger, schenkte dem Deutschen Orden ein Haus in Lüttich, wie auch das Patronat über die Lütticher Pfarrkirchen St. Gangolphus und St. Andreas1. Die Kommende selbst wurde 1255 errichtet2. Schon bald muss es Überlegungen zur Verlegung der Landkommende Aldenbiesen nach Lüttich gegeben haben, da der Bischof von Lüttich am 20. Juli 1259 seine Erlaubnis dazu erteilte. Doch wurde das Vorhaben nie umgesetzt3. 1350 kam auch das Hospital „Moeder Gods“ in den Besitz der Kommende4, wie drauf auch der Beginenhof Hors-Chateau5. Die reiche Kommende war der Sitz des ersten Priesters der Ballei, welcher stets der Komtur war und Grootpastoor genannt wurde. Im 18. Jahrhundert hatte der Komtur, welcher immer ein Ordenspriester war, als letzter der Ordenspriester der Ballei und wohl auch des Ordens noch Sitz und Stimme auf dem Balleikapitel. Der Bedeutung der Position entsprechend verwundert es auch nicht, dass zahlreiche Amtsinhaber zuvor in der Verwaltung der Ballei tätig waren. Mit der Kommende war nicht nur die Pfarrei St. Andreas verbunden, sondern zugleich auch die Pfarrei St. Gangolph, welche durch einen „Unterpastor“ verwaltet wurde, der jedoch in einer direkten Abhängigkeit zum Pfarrer und Komtur stand6. Ob der Komtur selbst in der Seelsorge tätig war ist fraglich. Nach dem Selbstverständlich der damaligen Zeit wohl eher nicht. Nachdem die Kommendengebäude in einen äußerst schlechten Zustand geraten waren, beantragte der Komtur 1606 auf dem Balleikapitel einen Neubau derselben, was das Kapitel auch befürwortete. Endlich kam es dann von 1634 bis 1657 zur Ausführung des Kapitelsbeschlusses7. Im Jahre 1755 strengte der Komtur ein Prozess vor dem Kaiser in Wien an, welcher ihn von allen Verpflichtungen gegenüber der Stadt und allen Abgaben, also dem 60ten, gegenüber dem Fürstbischof befreien sollte. Bereits nach wenigen Monaten konnte die Kommende diesen Prozess gewinnen8. Der Grootpastor und Komtur übernahm in der Ballei Aldenbiesen die Funktion des Priors. So beriet er mit dem Landkomtur über die Angelegenheiten der Ordenspriester der Ballei, konnte aber auch selbständig einschreiten9. Für gewöhnlich gab er eine Angelegenheit bezüglich der Ordenspriester erst dann an den Landkomtur weiter, wenn er selbst nicht mehr weiter kam. Doch neben der Disziplin war seine Angelegenheit auch die Aufnahmegespräche mit Kandidaten, welche als Ordenspriester eintreten wollten10. Nachdem der letzte Komtur vor den Franzosen geflohen war, wurde die Kommende am 11. März 1795 säkularisiert11.

 

II. Komture12

Willem van Brustem (erw.1290-n. 1300)

Thomas von Aken (1320-1330)

Robertus de Waremme (erw. 1335)

Thomas van Aken (erw. 1344, 1345, 1352)

Henricus van Limborch (erw. 1363-n. 1368)

Godeschalk Colin (1370-1381)

Alexander Van Esden (1387-1418)

Henricus Loemans (1418- ? )

Lambert Lamboy (1423-1427)

Willem Van Rosmeer (1427-1434)

Nicolaas Dessener (1434-1468)

Nicolaas Goerts (1468-1471)

Johannes Hoen (erstmals 1481 genannt-1494)

Johannes Kemp (1494-1496)

Claes Azinarys (1496-1538)

Lambert Wammis (1553-1570)

Michael Van Den Cruys (1570-1590)

Henricus Haling (1590-1628)

Henricus De Bije (1628)

Franciscus Rudolphi (1629-1646)

Herman Fabritius (1646-1661)

Georgius Moertbiers (1662-1677)

Johan Jacob Frissen (1677-1702)

Paul Willem Van Vuecht (1702-1717)

Petrus Adam Nicolaas Daemen (1717-1720)

Johan Coolen (1720-1726)

Willem Frans Cox (1726-1753)

Petrus Frans Theunissen (17553-1762)

Robert Laurent Christophe Lintermans (1763-1803)

 

1 M. van der Eycken, Schenkung des Hauses van Cheles an den Deutschen Orden., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992, S. 49
2 M. van der Eycken, De Duitse Orde in het prinsbisdom Luik., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 16
3 M. van der Eycken, Schenkung des Hauses van Cheles an den Deutschen Orden., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992, S. 49
4 Nicole Laguesse-Plumier, Het Gasthuis van de Moeder Gods, genaamd Mostard., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 36
5 Nicole Laguesse-Plumier, Het Sint-Andreasbegijnhof in Hors-Chateau., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 41
6 Nicole Laguesse-Plumier, Organisatie en structuren., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 47-48
7 Martine Joway-Marchal, Architecturale aspecten van de Commanderij., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 61
8 Nicole Laguesse-Plumier, Betrekkening met de stedelijke overheid., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 61
9 Nicole Laguesse-Plumier, Commanderij of Parochie?, in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 47
10 Nicole Laguesse-Plumier, Organisatie en structuren., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 50
11 Nicole Laguesse-Plumier, Het einda van de aanwezigheid van de Duitse Orde in Luik., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 83
12 Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik (1254-1794)., Opglabbeek 1996, S. 95-100

 

 

Kommende Lüttich;
aus: http://users.belgacom.net/claude.warzee/terrasses_minimes_ordre_teutonique/terrasses_XVIII.jpg
(19.11.2011)Kommende Lüttich; aus: http://users.belgacom.net/claude.warzee/terrasses_minimes_ordre_teutonique/terrasses_XVIII.jpg (19.11.2011)

 

Kommende Lüttich
aus: http://fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:Liege-saint-andre.jpg (27. August 2011)Kommende Lüttich aus: http://fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:Liege-saint-andre.jpg (27. August 2011)

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