Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

www.damian-hungs.de

 

Kommende Lüttich

 

Geschichte

Komture

Bilder

Ballei Aldenbiesen

Bistum Lüttich

Land: Fürstbistum Lüttich

 

 

I. Geschichte

Die Gründung der Kommende geht auf das Jahr 1255 zurück, in dem der Bischof von Lüttich das Haus Beaurepart überließ und ihnen auch die Erlaubnis zum Bau einer Ordenskirche erteilte. Schon ein Jahr später schenkte Ritter Jacobus de Cheles1, ein Lütticher Adliger2, das „Huis van Celles“3, wie auch das Patronat über die beiden in Lüttich gelegenen Pfarrkirchen St. Gangolphus und St. Andreas4. Beaurepart war ursprünglich ein Kloster der Franziskaner, die es jedoch nach einem Brand, im Jahr 1234, verlassen hatten. Es beherbergte mindestens bis 1261 die Kommende des Deutschen Ordens und wurde 1288 durch den Bischof an die Prämonstratenser übertragen5. Schon bald muss es Überlegungen zur Verlegung der Landkommende Alden Biesen nach Lüttich gegeben haben, da der Bischof von Lüttich am 20. Juli 1259 seine Erlaubnis dazu erteilte. Doch wurde das Vorhaben nie umgesetzt6. 1294 wurde dann ein Grundstück erworben, welches unmittelbar an die St. Andreaskirche angrenzte und wo man nun mit dem Bau einer neuen Kommende begann, die dann im Jahre 1300 fertiggestellt wurde7. Johan Mostard, ehemaliger Bürgermeister von Lüttich, stiftete 1536 ein Hospital zu Ehren der Muttergottes. Dieses lag im Gebiet der Pfarrei St. Andreas und offensichtlich war der dortige Pfarrer an seiner Entstehung auch nicht ganz unbeteiligt, so dass er es schließlich von seinem Stifter 1350 erbte und damit in den Besitz der Kommende überging8. Ebenso ging der seit 1396 erwähnte und in der Pfarrei gelegene Beginenhof Hors-Chateau an den Deutschen Orden über. In ihm lebten auch im 18. Jahrhundert von vier oder fünf Beginen, die der wirtschaftlichen Aufsicht der Kommende unterstanden und nicht mit den Schwestern des Deutschen Ordens zu verwechseln sind9. Die Pfarrei St. Andreas war eine der größten Pfarreien in Lüttich und umfasste 1645 bis 1656 2.250 Einwohner in 22 Straßen. Und Lüttich war eine wachsende Stadt. Zahlreiche Stiftungen führten nicht nur zum Wohlstand der Pfarrei, sondern bescherten ihr auch sieben Seitenaltäre, die von Benefiziaten oder Rektoren verwaltet wurden10. Alle diese wurden durch den Landkomtur in Alden Biesen vergeben. Das Gegenteil war die Pfarrei St. Gangolphus. Sie war eine der kleinsten Pfarreien der Stadt und umfasste wohl gerade einmal zwei Straßen. Schon mit der Übergabe an den Deutschen Orden ihrer Selbständigkeit beraubt, wurde sie dem Pfarrer von St. Andreas unterstellt, der einen „Onderpastoor“ (Unterpastor) oder Vikar für diese Kirche bestellen sollte11. Hieraus erklärt sich dann auch die Bezeichnung „Grootpastoor“ (Großpastor) für den Pfarrer von St. Andreas. Die reiche Kommende war der Sitz des ersten und wichtigsten Priesters der Ballei, der auch immer zugleich der Komtur der Kommende war. Im 18. Jahrhundert hatte der „Grootpastoor“-Komtur als letzter der Ordenspriester der Ballei, und wohl auch des Ordens, noch immer Sitz und Stimme im Balleikapitel. Er war der direkte Ansprechpartner des Landkomturs in allen geistlichen Angelegenheiten, wie auch in den Angelegenheiten der Priesterbrüder. So verwundert es auch nicht, dass zahlreiche Amtsinhaber zuvor in der Verwaltung der Ballei oder der Landkommende Alden Biesen tätig waren12. Ihrer Berufung lag wohl vor allem wirtschaftliche Versiertheit und das Vertrauen des Landkomturs zugrunde. Ob der Komtur selbst in der Seelsorge tätig war ist fraglich. Nach dem Selbstverständnis der damaligen Zeit wohl eher nicht. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war der Kommendenbau in einem solch schlechten Zustand, dass der Komtur auf dem Balleikapitel von 1606 den Abriss der und Neubau der Kommende beantragte. Nachdem das Balleikapitel dem zugestimmt hatte, sollten die übrigen Kommenden einen Betrag von 7.000 Gulden beisteuern. Tatsächlich begann man erst im Jahre 1634 mit dem Neubau, der dann 1657 vollendet werden konnte13. Nicht zuletzt in diesem Kontext ist der Prozess des Komturs zu sehen, den er im Jahre 1755 vor dem Kaiser in Wien anstrengte und der ihn von allen Verpflichtungen gegenüber der Stadt und dem Fürstbischof befreien sollte, also dem 60ten. Ein Prozess, den die Kommende bereits nach wenigen Monaten gewinnen konnte14. Der „Grootpastoor“ und Komtur übernahm in der Ballei Alden Biesen die Funktion des Priors. So beriet er mit dem Landkomtur über die Angelegenheiten der Ordenspriester der Ballei, konnte aber auch selbständig einschreiten15. Für gewöhnlich gab er eine Angelegenheit bezüglich der Ordenspriester erst dann an den Landkomtur weiter, wenn er selbst nicht mehr weiter kam. Doch neben der Disziplin war seine Angelegenheit auch die Aufnahmegespräche mit den Kandidaten, welche als Ordenspriester eintreten wollten16. Nachdem der letzte Komtur vor den Franzosen geflohen war, wurde die Kommende am 11. März 1795 säkularisiert17.

 

II. Komture18

Willem van Brustem (erw.1290-n. 1300)

Thomas von Aken (1320-1330)

Robertus de Waremme (erw. 1335)

Thomas van Aken (erw. 1344, 1345, 1352)

Henricus van Limborch (erw. 1363-n. 1368)

Godeschalk Colin (1370-1381)

Alexander Van Esden (1387-1418)

Henricus Loemans (1418- ? )

Lambert Lamboy (1423-1427)

Willem Van Rosmeer (1427-1434)

Nicolaas Dessener (1434-1468)

Nicolaas Goerts (1468-1471)

Johannes Hoen (erstmals 1481 genannt-1494)

Johannes Kemp (1494-1496)

Claes Azinarys (1496-1538)

Lambert Wammis (1553-1570)

Michael Van Den Cruys (1570-1590)

Henricus Haling (1590-1628)

Henricus De Bije (1628)

Franciscus Rudolphi (1629-1646)

Herman Fabritius (1646-1661)

Georgius Moertbiers (1662-1677)

Johan Jacob Frissen (1677-1702)

Paul Willem Van Vuecht (1702-1717)

Petrus Adam Nicolaas Daemen (1717-1720)

Johan Coolen (1720-1726)

Willem Frans Cox (1726-1753)

Petrus Frans Theunissen (17553-1762)

Robert Laurent Christophe Lintermans (1763-1803)

 

1 M. van der Eycken, De Duitse Orde in het prinsbisdom Luik., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 16

2 M. van der Eycken, Schenkung des Hauses van Cheles an den Deutschen Orden., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992, S. 49

3 M. van der Eycken, De Duitse Orde in het prinsbisdom Luik., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 16

4 M. van der Eycken, Schenkung des Hauses van Cheles an den Deutschen Orden., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992, S. 49

5 Nicole Laguesse-Plumier, Vestiging van de Duitse Orde in Luik (13de Eeuw)., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 22

6 M. van der Eycken, Schenkung des Hauses van Cheles an den Deutschen Orden., in: Ritter und Priester. Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Aldenbiesen 1992, S. 49

7 Nicole Laguesse-Plumier, Vestiging van de Duitse Orde in Luik (13de Eeuw)., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 22

8 Nicole Laguesse-Plumier, Het Gasthuis van de Moeder Gods, genaamd Mostard., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 36

9 Nicole Laguesse-Plumier, Het Sint-Andreasbegijnhof in Hors-Chateau., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 41

10 Martine Joway-Marchal, De Sint-Andreaskerk., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 27-28

11 Nicole Laguesse-Plumier, De Sint-Gangulfuskerk., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 32

12 Nicole Laguesse-Plumier, Organisatie en structuren., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 47-48

13 Martine Joway-Marchal, Architecturale aspecten van de Commanderij., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 61

14 Nicole Laguesse-Plumier, Betrekkening met de stedelijke overheid., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 51

15 Nicole Laguesse-Plumier, Commanderij of Parochie?, in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 47

16 Nicole Laguesse-Plumier, Organisatie en structuren., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 50

17 Nicole Laguesse-Plumier, Het einda van de aanwezigheid van de Duitse Orde in Luik., in: Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik., Opglabbeek 1996, S. 83

18 Saint-Andre. De Duitse Orde in Luik (1254-1794)., Opglabbeek 1996, S. 95-100

 

 

Kommende Lüttich;
aus: http://users.belgacom.net/claude.warzee/terrasses_minimes_ordre_teutonique/terrasses_XVIII.jpg
(19.11.2011)Kommende Lüttich; aus: http://users.belgacom.net/claude.warzee/terrasses_minimes_ordre_teutonique/terrasses_XVIII.jpg (19.11.2011)

 

Kommende Lüttich
aus: http://fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:Liege-saint-andre.jpg (27. August 2011)Kommende Lüttich aus: http://fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:Liege-saint-andre.jpg (27. August 2011)

Bildergalerie