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Kommende Mülheim

 

 

Geschichte

Komture

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Ballei Westfalen

Erzbistum Köln

Land: Kurfürst-Erzbistum Köln

 

I. Geschichte

Die Kommende wurde 1266 gegründet und war im Kurfürst-Erzbistum Köln gelegen1. Der Besitz der Kommende war von solchem Umfang, dass er selbst im 18. Jahrhundert, nach verschiedenen Verlusten, noch 500 Morgen Ackerland, 500 Morgen Wald und 800 Morgen Land von verschiedenen Einzelgehöften umfasste. Hierzu kamen noch die Dörfer Mülheim, Sichtigvor und Waldhausen, die zusammen 8.000 Land umfassten2. 1420 von einem Ritter- und einem Priesterbruder bewohnt, lebte 1451 lediglich noch ein Priesterbruder in der Kommende3. Als diese 1584 von Truppen geplündert wurde, schloss sich der Komtur 1586, also schon zu Beginn des Kölnischen Krieges, den Gegnern des Erzbischofs an. Wollte dieser doch das Erzstift säkularisieren und in ein erbliches Fürstentum wandeln. Unmittelbar darauf ein Opfer des spanisch-holländischen Krieges, wurde das Haus von holländischen Truppen geplündert. Die Rechnungslage von 1591 zeigte dann auch 1.059 ½ Taler Jahreseinnahmen und 1.331 Taler Jahresausgaben; doch musste die Kommende erst einmal wieder saniert werden. In diesem Jahr verstarb in der Stadt Rüthen Komtur Neveling von der Recke, wo er mit seiner Lebensgefährtin und seinen sechs Kindern lebte. In einem militärischen Durchzugsgebiet gelegen, wurde die Kommende schon 1594 erneut von holländischen Truppen geplündert4. Die Kommende, die der Sitz des Landkomturs der Ballei Westfalen war, brachte aus ihren Einkünften kaum noch einen Lebensunterhalt hervor, so dass der Hochmeister 1597 die Hinzunahme der Kommende Münster erlaubte5. Doch kam das Haus nicht zur Ruhe und wurde im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wiederholt geplündert. So wurde 1633 nahezu der gesamte Viehbestand und alle in der Kommende lagernden Naturalien geraubt. Hierzu kam noch die Tatsache, dass das zur Haus- und Betriebsführung benötigte Gesinde sich aufgrund der Unsicherheiten zerstreut hatte, was zu einer wiederholten Einstellung des gesamten Wirtschaftsbetriebes führte. Auch der Landkomtur zog sich 1633 nach Münster zurück, da ein Aufenthalt in der weitgehend ungeschützten Kommende nicht mehr möglich war. Bis 1648 gingen fast alle Einnahmen der Kommende als Kontributionszahlungen an die hessischen Heeresmagazine6. Dazu kam noch die Tatsache, dass der 1651 verstorbene Landkomtur Rab Luther Schilder mit seiner Konkubine zusammenlebte und seinen Kindern die Besitzungen des Ordens zur Nutzung einräumte7. So stand das Haus schließlich im Jahre 1655 mit 12.726 Talern Schulden da8. Strenge Sanierungsmaßnahmen ermöglichten der Landkommende bis 1688 eine Begleichung aller Schulden. Ein ausgeglichener Haushalt machte 1707 dann sogar den Neubau der Ordens- und Pfarrkirche zu Mülheim möglich9, welche die Grablege der Komture war10. Nachdem man 1711 endgültig von der Eigenwirtschaft zur Verpachtung übergegangen war, konnten die Jahreseinnahmen bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts auf 4.300 Taler erhöht werden. Doch riss der Siebenjährige Krieg die Landkommende erneut in den finanziellen Abgrund, musste sie doch seit 1758 Kriegskontributionen aufbringen. Mit dem Ende des Krieges beliefen sich dann die erneuten Schulden auf 21.277 Taler. Wieder einmal war die Kommende nicht mehr in der Lage, den Lebensunterhalt ihres Inhabers aufzubringen, so dass ihr 1777 die Kommende Osnabrück zur Einkommenssteigerung beigegeben wurde11. Hierzu übernahmen die Beamten der Landkommende in der Mitte der 1790er Jahre auch noch die Verwaltung der Kommende Brackel, deren Inhaber zukünftig nur noch eine Rente aus deren Einnahmen erhielt12. So lagen die Einnahmen der Landkommende im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zwischen 3.000 und 4.000 Talern, was entsprechend auch zur Steigerung des Landkomtursgehaltes führte13. Die Kommende besaß zwei Dörfer, deren Einwohnerzahl sich 1661 auf 81 belief14. Als die Landkommende 1803 an das Land Hessen-Darmstadt fiel, verlor sie damit nicht nur ihre Gerichtsbarkeit, sondern auch ihre Unmittelbarkeit. Hierzu kamen noch Steuererhöhungen des neuen Landesherrn. Nachdem der Landkomtur im Juli 1808 ein letztes Mal seine Kommende aufgesucht hatte, hob Napoleon den Deutschen Orden am 24. Juli 1809 in den Rheinbundstaaten auf. Etwa zwei Wochen später wurde die Landkommende auf Befehl des Großherzogs von Hessen-Darmstadt sequestiert und in Besitz genommen15.

 

II. Komture16

Dietrich von Heiden (1501–1536)

Dietrich von Heiden d. J. (1537–1565)

Neveling von der Recke (1565–1591)

Georg von Hanxleden (1592–1609)

Rab Dietrich Overlacker (1609–1632)

Rab Luther Schilder (1632–1651)

August Oswald von Lichtenstein (1653–1663)

Johann Winold von Westrem (1663–1671)

Franz Wilhelm von Fürstenberg (1671–1688)

Wilhelm von Plettenberg (1692–1711)

Georg Levin von Nagel (1712–1723)

Franz Gaudenz von Westrem (1724–1729)

Franz Wilhelm von Westrem (1729–1740)

Ferdinand Moritz von Merngersen (1740–1788)

Franz Wenzel von Kaunitz-Rietberg (1788–1806)

 

1 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 78

2 Sascha Schug, Der Deutsche Orden in Westfalen: von der Reformation bis zur Säkularisation, o. O.2016, S. 69

3 Hans Limburg, Die Hochmeister des Deutschen Ordens und die Ballei Koblenz, Bad Godesberg 1969, S. 108

4 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 78-81

5 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 222

6 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 81-82

7 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 84

8 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 82

9 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 87

10 Sascha Schug, Der Deutsche Orden in Westfalen: von der Reformation bis zur Säkularisation, o. O.2016, S. 70

11 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 87-88

12 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 11

13 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 90

14 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 86

15 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen, Marburg 1978, S. 90-91

16 Hans Jürgen Dorn, Die Deutschordensballei Westfalen (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 26), Marburg 1978, S. 221

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