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Damian Hungs

Kommende Ober-Flörsheim

 

 

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Kommende Ober-Flörsheim

Ballei Hessen

Erzbistum Mainz

Land: Kurpfalz

 

I. Geschichte

 

Im Jahre 1237 kaufte die Ballei Hessen für 850 Mark Weinberge und Ländereien vom Stift Hugshofen1, wozu man zuvor die Erlaubnis des Bischofs von Straßburg eingeholt hatte, und für weitere 70 Mark Güter des Grafen Eberhard von Eberstein2. Hierzu kam 1302 noch der Erwerb von 40 Joch Ackerland. Wohl auch mit den Patrozinien der Kirchen in Ober-Flörsheim und Abenheim ausgestattet3, lebten hier bereits 1253 drei Ordensbrüder4. Ab dem Jahr 1273 sind dann auch Komture und Pfarrer belegt5. Mit einer ungewöhnlichen Selbständigkeit ausgestattet und direkt dem Papst und dem Kaiser unterstellt6, nahm die Kommende eine gute Entwicklung. So hatte sie nicht nur einen Komtur, sondern auch einen Hauskomtur, Trappier, Cellerar, Pitanzenmeister und Scheffner7. Seit 1251 der Kommende Marburg unterstellt8, deren Trappier sie wirtschaftlich auch Rechenschaft abzulegen hatte9, erhielt sie immer wieder kaiserliche Schutzbriefe. Trotzdem kam es in den Jahren 1624 und 1631, als die Stadt von schwedischen Truppen überfallen wurde, immer wieder zu Plünderungen und dem Verlust ihrer Vorräte. Als das Gebiet der linksrheinischen Pfalz, infolge des Pfälzer Erbfolgekrieges (1688-1697) unter die Kontrolle Frankreichs geraten war, übertrug König Ludwig XIV. die Kommende 1685 dem Lazarusorden. Doch schon wenige Jahre später kam sie erneut an den Deutschen Orden, der die stark beschädigten Gebäude wieder aufbauen ließ. Die Kriegswirren um die Französische Revolution brachten das Ende der Kommende mit sich. Seit 1793 in den Händen der Franzosen, wurde sie vom 16. Januar bis zum 10. Mai 1794 der Sitz des preußischen Generals von Blücher und fiel ein Jahr später erneut in die Hände der Franzosen10. Im Jahre 1801 wurde die Kommende säkularisiert11.

 

II. Komture

Krafto (1273)

Konrad von Lumpo (1292-1300)

Werner von Lauterburg (1301)

Rudewin von Flomborn (1332)

Nikolaus von Wachenheim (1360)

Wolf von Derenbach (1360-1363)

Stephan (um 1370)

Heilmann Löw von Steinfurt (um 1370)

Wilprecht von Bellesheim (1403-1410)

Werner Fetzer von Geispitzheim (1412)

Ludwig Schenk von Schweinsberg (1416-1419)

Hermann von Liederbach (1419-1429)

Johann Schabe (1420-1422)

Johann von Heppenheim (1422-1424)

Philipp Rhode (1429)

Ludwig Schenk von Schweinsberg (1429-1433

Heinrich Leibenit (1445-1454)

Konrad von Bellersheim (1469-1473)

Eberhard Roth (1474-1497)

Daniel von Lehrbach (1497-1515?)

Heinrich Sittich von Breidenbach (1498-1506?)

Konrad von Wolmeringshausen (1520-1525)

Gottfried von Holdingshausen (1530/31)

Johann von Rehen (1538-1545)

Heinrich von Rolshausen (1544-1551)

David von Wazen (Verwalter, 1551)

Franz von Hatzfeld (1551-1556)

Wolfgang Schutzbar gen. Milchling (1555-1557)

Konrad von der Tann (1557-1571)

Hermann Knoblauch zu Hatzbach (1571-1577)

Johann Kuhmann zu Adorf (1578-1582)

Wilhelm von Oyenhausen (1582-1588)

Balthasar von Zertzen (1586-1591)

Philipp von Wildungen (1591-1607)

Rödger von Hörde zu Störmede (1607-1613)

Friedrich von Hörde zu Störmede (1613)

Bernahrd Schwarz (1613-1619)

Philipp von Hundelshausen (1619-1627)

Konrad Klos (1627-1638)

Eberhard Adrian Schilder (?-1641)

Johann Georg von Beiseck (1647-1656)

Johann Adam Rau von Holzhausen (1657-1660)

Alhard Jost von Westphalen (1660-1679)12

Johann Daniel von Priort (1679-1681)

Franz Mordian von Griesheim (1681)

Mordio von der Recke (1681-1682)

August von der Lippe-Brake (1683-1684)

Wilhelm Wennemar von Neuhoff (1684-1689)

Hans Heinrich von Boineburg gen. von Hohenstein (1687-1692)

Johann Adolph Langwerth von Simmern (1692-1700)

Damian Hugo von Schönborn (1700-1701)

Wilhelm Friedrich von Wartensleben (1701-1703)

Philipp Rau von Holzhausen (1711-1722)

August Wolfgang von der Lippe (1726-1730)

Christian Friedrich von Brand (1733-1741)

Adam Alexander von Diemar (1741-1748)

Georg Wilhelm von Hardenberg (1749-1761)

Carl Friedrich von Eyb (1761-1765)

Carl Friedrich von Baumbach (1765-1772)

Friedrich Unico von Münster (1773-1775)

Maximilian Wilhelm von Stetten (1775-1779)

Heinrich Moritz von Berlepsch (1779-1794) 

Ernst Ludwig von Freudenberg (1791-1803)13

 

1 Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 143

3 Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 143

4 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 15

5 Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 143

7 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 15

8 700 Jahre Elisabethkirche in Marburg, Katalog 5: Der Deutsche Orden in Hessen, Marburg 1983, S. 23

9 Ursula Braasch-Schwersmann, Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft., Marburg 1989, S. 15

11 Bernhard Demel, 1190-2010. 820 Jahre Deutscher Orden. Fünf Referate über eine lange Geschichte in Europa., Riedeldruck 2011, S. 40

13Karl Murk, Die Ritterbrüder der Ballei Hessen-Herkunft, Habitus, Vernetzung, in: Herrschaft, Netzwerke und Brüder des Deutschen Ordens in Mittelalter und Neuzeit, Weimar 2012, S. 231-239

 

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