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Kommende Trier

 

- Geschichte

- Komture

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Kommende Trier

Ballei Lothringen

Erzbistum Trier

Land: Kurfürst-Erzbistum Trier

 

I. Geschichte

Die Kommende, deren Gründungsdatum unbekannt ist, wurde erstmals am 17. April 1242 erwähnt1. Schon 1245 verfügte die Kommende über einen so umfangreichen Besitz, dass sie 120 Pfund verleihen konnte2. Nachdem eine erste Kommendenkirche 1254 eingeweiht wurde, begann man 1321 mit dem Neubau einer der Gottesmutter Maria und der heiligen Elisabeth geweihten Kapelle, welche bis 1803 bestand und über drei Altäre verfügte. Der Hochaltar wurde von einem je sieben Stallen umfassenden Chorgestühl gerahmt. Leider war die Kapelle, besonders seit dem 17. Jahrhundert, immer wieder ein Grund zur Klage, da sie baulich vernachlässigt wurde und ihre Paramente mager und in schlechtem Zustand waren3. Flossen die Schenkungen im 13. Jahrhundert noch reichlich, so kam es im 14. Jahrhundert zu Stockungen und nach mehreren Jahrzehnten finden wir erst 1342 eine neuerliche Schenkung im Bereich der Stadt Trier4. Die Kommende Trier besaß im 15. Jahrhundert nicht weniger als 51 Dörfer oder Grundstücke in einem Umkreis von 55 Kilometern5. Zu ihnen gehörte auch die Pfarrei Rachtig, deren Pfarrer die Aufsicht über die dortigen Güter führte6. Der Kommendenkonvent zählte 1410/11 vier Priester- und zwei Ritterbrüder7, so wie auch 1435/40, doch wuchs er bis 1451 auf sieben Brüder, von denen wenigstens zwei Ritterbrüder waren8. Unter dem Landkomtur Dietrich von Nassau kam es zu einer ausgedehnten Misswirtschaft. So veräußerte er nicht nur ohne das Wissen der Ratsgebietigen Weinberge im Wert von 3.000 bis 4.000 Gulden, sondern ließ in seiner Rechnungslegung auch noch 6.000 bis 7.000 Gulden unter den Tisch fallen. So gab es in der Ballei ab 1525 eine offene Opposition gegen ihn, die schließlich 1531 in seine Absetzung durch den Hochmeister mündete, zumal er noch eine Lebensgefährtin hatte und einfach über den Nachlass des verstorbenen Komturs von Luxemburg verfügt hatte. Es folgte ein Prozess vor dem Papst und dem Kaiser, die ihn jedoch unterstützten. Als der Hochmeister dann einen Statthalter für die Ballei einsetzte, kam es zum offenen Machtkampf. Letzterer konnte sich lediglich in den Kommenden Dahn, Metz und Saarbrücken behaupten. Nachdem Nassau 1540 verstorben war, konnte der durch den Hochmeister eingesetzte Statthalter als Landkomtur die Ballei übernehmen. 1552 fielen der Kommende zahlreiche Güter der aufgehobenen Kommende Metz zu, womit sie alleine über etwa ein Drittel der Balleieinnahmen verfügte9. Offensichtlich stand die Kommende in einem guten Einvernehmen mit dem Stadtmagistrat, der ihr 1563 eine Wasserleitung vom Stadtbrunnen in ihr Gebäude erlaubte, was sonst nur wenigen adligen Familien zugestanden worden war. Und obwohl die Stadt hierfür keine Gegenleistung forderte, schenkte ihr der Landkomtur für das Jakobsspital ein Morgen Feld. Sollte der Wasserstrahl ursprünglich den Durchmesser einer Erbse haben, so führte die Wasserknappheit des Brunnens 1593 zu einer Einschränkung des Wasserrechtes, welches dann noch vor 1673 ganz zurückgenommen worden war. Zu dieser Zeit fungierte der Landkomtur Braun von Schmidtburg schon fast 20 Jahre als erzbischöflicher Statthalter von Trier10. Nachdem es mehrere Missernten und eine eher schwache Wirtschaftsführung gegeben hatte, war die Kommende 1575 mit 3.000 Thalern verschuldet. Doch konnte sie diese bis zur Jahrhundertwende weitgehend abbauen und sogar neue Wirtschaftsgüter erwerben. Hierbei verweigerte der Landkomtur jedoch hartknäckig jede Zahlung an den Hochmeister, so dass seine dortigen Schulden schließlich 1606 zur Übertragung der Kommende Dan an diesen führten. Der beständige Soldatenfluss durch das trierische Gebiet führte zu weiteren Schäden. So haben diese nicht nur Weinberge verwüstet, sondern auch gleich zwölf zinspflichtige Häuser niedergerissen. Der seit 1652 als kurtrierischer Statthalter fungierende Landkomtur konnte 1653 Güter für 2.900 Reichsthaler verpfänden, wovon die eine Hälfte in Instandsetzungen, die andere jedoch für „militärische Satisfaktionen“ verwandt wurde. Schließlich verdoppelten sich die Schulden bis 1660, so dass von den Einnahmen der luxemburgischen Güter nichts mehr übrig blieb. Da die Kommende aus eigener Kraft ihre Schulden nicht mehr tilgen konnte, investierte der Landkomtur nicht weniger als 10.000 Reichsthaler in sie hinein. Dieser wurde, nachdem französische Truppen die Stadt 1673 genommen hatten, in der Zitadelle von Metz inhaftiert, während sich die Truppen im Kommendengebäude einquartierten. Als Braun 1675 entlassen wurde, fand er ein geplündertes Haus vor, welches zum Teil sogar eingerissen worden war. Mit Erlaubnis des Hochmeisters zog er sich nun an den kurfürstlichen Hof nach Koblenz zurück und verpachtete die Kommende für 150 Reichsthaler. Die französische Eroberungspolitik ließ ihn erahnen, dass er aus seiner Ballei zukünftig keine Einkünfte mehr zu erwarten hatte, so dass er auf dem Generalkapitel von 1679 einen Vorschuss von 15.000 Reichsthalern aus der Ballei forderte und zuerkannt bekam. Er scheiterte jedoch an der Zahlungsweigerung der Komturen, welche es wohl auch gar nicht konnten. Nachdem die Franzosen von 1694 bis 1698 erneut die Stadt besetzt hatten, befand sich die Kommende erneut in schlechtem Zustand und hatte hierzu im Jahre 1700 noch Schulden von 1.330 Reichsthalern. Nach einer Visitation wurde der altersschwache Landkomtur abgelöst, und die Verwaltung einem hochmeisterlichen Hofrat und dem Deutschordenspriester Matthias Winters OT übertragen. Doch schon im Oktober 1702 wurde Trier erneut von den Franzosen besetzt, die auch fast alle Pächter der Kommende vertrieben, die Güter konfiszierten und zudem ca. 1.300 Reichsthaler forderten. Doch scheinen sich die Kontributionsverhandlungen solange hingezogen zu haben, dass sie sich mit dem Abzug der Franzosen, im Oktober 1704, erübrigt hatten. Doch obwohl die Franzosen das Gebiet noch 1714 im Griff hatten, kam es nun zu einem wirtschaftlichen Aufblühen der Kommende, deren Schuldenlast sich bereits im Februar 1704 auf 800 Reichsthaler dezimiert hatte. Nachdem am Ende der 1720er Jahre mit einem Neubau des Hauptgebäudes der Kommende begonnen werden konnte, hatte die Ballei 1750/51 nicht weniger als 10.109 Reichsthaler in ihrer Kasse, wozu noch volle Speicher kamen. Bis 1795/60 erhöhten sich die Rücklagen der Ballei sogar auf 15.528 Reichsthaler. An Wein und Frucht hatte die Kommende in diesem Jahr fast 10.000 Reichsthaler erwirtschaftet. Doch währte die Freude nicht lange, denn der kostspielige Lebensstil (Bauten und Feste) des 1762 in Amt gekommenen Landkomturs Boos von Waldeck brachte ein rasantes Bergab der Kommendenwirtschaft. Bereits 1770 waren die Kassen leer. Um seinen Lebensstil weiterhin finanzieren zu können, hob er die Pachtzinsen so enorm an, dass ihm die Pächter davonliefen und den Übrigen der Ruin vor Augen stand. Sein Nachfolger fand 1782 26.000 Reichsthaler Schulden vor und versteigerte, um die drängendsten Schuldner zu befriedigen, Teile der Einrichtung. Mit einem Darlehen des Hochmeisters (13.130 Reichsthaler) konnten Güter ausgelöst und ein langsamer wirtschaftlicher Aufstieg der Kommende eingeleitet werden11. Die Französische Revolution (1789) führte dazu, dass die zahlreichen französischen Güter ab 1790 mit Abgaben belegt waren, welchen sie bis dahin nicht unterlagen. 1792 wurden sie dann endgültig eingezogen. Zwischenzeitig hatten die Revolutionstruppen auch Trier eingenommen, welches der Landkomtur, um den Truppen nicht in die Hände zu fallen, zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits verlassen hatte. Doch kaum waren die Franzosen aus Trier abgezogen, quartierten sich die preußischen Truppen in der Kommende ein. Der Landkomtur zog jedoch mit dem Hochmeister nach Bonn. Nachdem die französischen Truppen die Kommende 1794 erneut besetzt hatten, erwog man innerhalb des Ordens ein Aufgeben aller linksrheinischen Besitzungen und forderte den Landkomtur zu einem Gesamtinventar der Balleibesitzungen auf12.

 

II. Komture

Kuno von Dudeldorf (1331)13

Heinrich von Rinkenburg (1332)14

Wolf von Derenbach (1371-1383)15

Heinrich von Ulenbach (1434)16

Clais von Remich (1436-1461)17

 
1 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 20
2 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 27-28
3 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 477-480
4 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 39
5 Alain Demurger, Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden., Stuttgart 2003, S. 178
6 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 96
7 Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65
8 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 273-274
9 Rudolf Fendler, Geschichte der Deutschordenskommende Einsiedel bei Lautern, Mainz 1986, S. 51-53
10 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 46-48
11 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 257-267
12 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 495-499
13 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 294
14 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 293
15 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 297
16 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 301
17 Rüdiger Schmidt, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen. 1242-1794., Marburg 1979, S. 301

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