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Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche

 

 

 

 

 

 

Artikel: Die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine heute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gläubige:

 

ca. 4,4 Millionen

 (davon ca. 3,8 Millionen in der Ukraine)

Leitung:

 

Großerzbischof von Kiew und Galizien

Liste der Großerzbischöfe

Diözesen:

 

23 Diözesen, 6 Exarchate

Karte der Eparchien in der Ukraine /   außerhalb der Ukraine

Ritus:

Byzantinisch

Sprache:

Kirchenslawisch, Ukrainisch

Kalender:

Julianisch

 


- Zahlen 2013: 3.987 Pfarreien / 41 Bischöfe / 2.941 Diözesanpriester / 394 Ordenspriester /

757 Ordensmänner / 1.436 Ordensfrauen

 

- Geschichte -

Die politischen Voraussetzungen
Als im 12./13. Jh. die seit dem 11. Jh. von Konstantinopel aus christianisierten Fürstentümer der Kiever Rus´ ihren inneren Zusammenhang verloren und begannen, getrennte Wege zu gehen, wurden zunächst drei Linien erkennbar. Die Fürstentümer im Waldland des Nordens und Ostens zum Ural hin kamen um die Mitte des 13. Jh.s unter die Herrschaft der westmongolischen Khanate und leiteten aus ihrem Unabhängigkeitskampf aus dem 15. Jh. ein neues Selbstbewusstsein ab, aus dem sich langfristig die russische Staatlichkeit und die russisch-orthodoxe Kirche entwickelten. Die Fürstentümer im Südwesten, etwa Kiev, Galizien (Halic) und Wolhynien kamen in den Einflussbereich der polnischen Krone und fügten sich einer schrittweisen Annäherung an die westliche Welt (Übernahme der deutschen Stadtrechte, europäischer Architektur oder Lebensgewohnheiten).

Die Fürstentümer im Nordwesten gerieten dagegen in den noch heidnisch litauischen Machtbereich, kamen aber mit Verspätung durch die politische Annäherung zwischen Polen und Litauen gleichfalls in den Einflussbereich der polnisch-katholischen Kultur, was im 15./16. Jh. freilich keinen Einfluss auf die orthodoxe Religion des Volkes hatte.

Für die orthodoxe Kirche bedeuteten die Verlegung des Metropolitansitzes von Kiev nach Moskau im 14. Jh. und die politische Herrschaft durch die katholischen Könige Polens eine doppelte Herausforderung, die zugleich den Keim der allmählichen Entfremdung in sich trug. Darüber hinaus wurde diese schwierige Lage durch die Herrschaft der Osmanen in Konstantinopel (seit 1453), die Aktivitäten der Kirchen der Reformation und jene der katholischen Gegenreformation im 16./17. Jh. weiter verschärft, weil die orthodoxe Hierarchie auf diese Umbrüche nicht vorbereitet war und erkennen musste, dass der Druck zur Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen immer stärker wurde.

Die Bischofssynoden der orthodoxen Landeskirchen in Konstantinopel, Moskau und Kiev reagierten daher Ende des 16. Jh.s mit unterschiedlichen Lösungsansätzen auf diese Herausforderungen. Sie mussten sich am politischen Umfeld orientieren und darauf Rücksicht nehmen. Das bedeutete für den Ökumenischen Patriarchen Jeremias II. ein großes Risiko, das ihn einmal ins Gefängnis brachte (weil er 1582 mit dem römischen Papst ohne Wissen des Sultans Kontakte aufgenommen hatte) und ein anderes Mal zwang, gegen seinen Willen den Moskoviter Metropoliten Iob zum Patriarchen zu erheben (man hatte ihn 1589 während seines Besuches in Moskau wieder in Gefangenschaft genommen). Auch seine Maßnahmen in Kiev (Stärkung des Einflusses der Laien auf Kosten des Klerus) trugen mehr zur Verschärfung und weniger zur Entspannung der ohnedies schwierigen Lage der Orthodoxen unter einem katholilschen Staatsoberhaupt bei.

Die Reaktionen der ukrainischen Bischöfe
Deshalb konnte man es den orthodoxen Bischöfen in Kiev, Przemysl, Lemberg, Chelm, Brest oder Grodno nicht verdenken, dass sie 1590 begannen, einen Ausweg zu suchen, der unter Wahrung der vielfältigen Interessen aller beteiligten Gruppen zu einem tragfähigen Kompromiss werden konnte. Als politischen Mentor wählten sie Fürst Konstantin von Ostrog, der aufgrund seiner Erziehung nicht nur Weltoffenheit, sondern auch einen gewissen Weitblick signalisierte, also am ehesten geeignet schien, die Interessen der orthodoxen Untertanen gegenüber der polnischen Krone wirksam vertreten zu können.

Inhaltlich orientierte man sich seitens der ukrainischen Bischöfe an den Beschlüssen des Konzils von Florenz (1439), an dem Metropolit Isidor von Kiev als Vertreter der slawischen Orthodoxie teilgenommen hatte. Obwohl sein Vorbild nicht zur Nachahmung geeignet war, weil er am Ende die Seiten wechselte und in Rom Kardinal wurde, suchte man 1590 – 1595 nicht nur den Ausgleich mit dem polnischen König Sigismund III., sondern auch mit der römischen Kirche.

Die politische Union zwischen Polen und Litauen war 1569 in Lublin erfolgt. Darin hatte die orthodoxe Kirche anders als der Adel keine gemeinsame Handlungsfähigkeit erhalten. Man hatte innerhalb des Episkopats nicht einmal das Bedürfnis empfunden, gemeinsame orthodoxe Handlungen zu setzen. Die unter polnischer Herrschaft stehenden Bischöfe haben sich jedoch als autorisiert betrachtet, die sakramentale Gemeinschaft mit der polnischen katholischen Kirche aufzunehmen, die ihrerseits eine sakramentale Gemeinschaft mit den bisherigen orthodoxen Brüdern nicht ausschloss. Beide Seiten empfanden um 1590, dass sie eine Brücke zwischen zwei getrennten Kirchen bilden könnten.

Nach einer kirchenrechtlichen Entwicklung, die 200 Jahre später einsetzte, hat man die Trennung der beiden Kirchen ernster genommen - und zwar auf beiden Seiten. Manche werfen der Union noch heute den Verstoß gegen ein Kirchenrecht vor, das zur damaligen Zeit nicht in der heutigen Form interpretiert wurde.

Die katholische und die orthodoxe Kirche in der Ukraine unterschieden sich seit ihrer Trennung im 17. Jh. im Laufe der Zeit also auch dort, wo sie einander ähnlich geblieben sind. So etwa könnte man die Schwierigkeiten charakterisieren, von denen die Diskussion zwischen diesen beiden Kirchen seit 300 Jahren geprägt ist. Die wahren sachlichen Unterschiede bestehen in der Theologie der Sakramente und in der Ekklesiologie - der Lehre von der Kirche und ihrer Gestalt.

Auf katholischer Seite steht die These, dass das Petrusamt von Christus gestiftet in seiner derzeitigen Gestalt - mit Unfehlbarkeit und Jurisdiktionsprimat - ein grundlegendes Element der Ekklesiologie ist. Umgekehrt heißt es von orthodoxer Seite, die Katholiken hätten seit dem 12. Jh. das Papstamt erfunden und sind damit von der Kirche abgefallen. Solange auf dieser Basis debattiert wird, besteht keine Aussicht, sich im Glauben und im sakramentalem Leben je wieder zu vereinigen.

Die entscheidende Weichenstellung erfolgte in Rom. In der Zeit nach dem Tridentinum (1545 – 1563) wurde in der katholischen Kirche der administrative Zentralismus ausgebaut, um den anstehenden Reformen zum Durchbruch zu verhelfen. Als sich kleine Gruppen von Orthodoxen in Süditalien der katholischen Kirche anschlossen, wollte man sie derselben Administration unterstellen und habe sie dem römischen Patriarchat eingegliedert, ohne zu berücksichtigen, dass man Gläubige eines anderen Patriarchates "in ganz anderer Weise in die katholische Einheit einführen" müsste, eben nach dem Modell der Union von Florenz, wie das auch die ukrainischen Bischöfe planten.

Die Brester Union von 1596
Eigentlich begann alles mit dem Ansuchen das Petrus Mogila/Mohila als Erzbischof der Moldau im Jänner 1589 an den röm.-kath. Erzbischof Johann Solikowski von Lemberg gerichtet und die-ser an Papst Sixtus V. weiter geleitet hatte, nämlich die Bitte um ein künftige Kirchengemeinschaft. Das traf sich mit den Entwicklungen, die man in Rom seit 1555 mit der Union der Chaldäer eingeleitet, in Süditalien mit den orthodoxen Griechen und Albanern 1571 und mit den Synoden von Brest (1596) und Diamper (Indien, 1599) fortgesetzt hatte. Zugleich war in Rom im 16. Jh. das Bild von der römischen Weltkirche entstanden, der andere „Kirchen“ als Teilkirchen beitreten konnten, aber nicht mehr als gleichrangig galten.

Mit der Verpflichtung zur Reform im eigenen Bereich sah die römisch-katholische Kirche seit dem Tridentinum eine Möglichkeit, auch andere (orthodoxe) Diözesen an diesem Prozess teilnehmen zu lassen, um sie auf diesem Weg in die Weltkirche zu integrieren. Man sah darin ein Mittel, einen dynamischen Einigungsprozess einzuleiten, der am Ende alle orthodoxen Kirchen erfassen sollte und in Rom tatsächlich als Standpunkt bis ins 19. Jh. vertreten wurde. Das Ziel war die Latinisierung, was alle Orthodoxen bis heute bitter beklagen.
Daher kann man den beteiligten ukrainischen Bischöfen (namentlich Kirill Terleckij von Luck und Adam-Ipatij Potij von Brest, die 1595 nach Rom entsandt wurden), deren Diözesen im Königreich Polen-Litauen lagen, nicht vorwerfen, dass sie diese Entwicklungen in ihren Überlegun-gen nicht bedacht hatten.

Vielmehr wurden sie – wie auch die späteren Gegner der Union, nämlich Gideon Balaban von Lemberg, Mihail Kopystenskij von Przemysl und Fürst Konstantin von Ostrog – ursprünglich von den oben beschriebenen Maßnahmen des Ökumenischen Patriarchen Jeremias II. in Moskau und Kiev zum Handeln gezwungen. Zugleich wussten sie, dass Papst Gregor XIII. in seinen Reformbestrebungen auch wieder am Konzil von Florenz orientiert hatte, nicht aber, dass sich un-ter Sixtus V. und Klemens VIII. die Verhältnisse geändert hatten.

Die ukrainischen Bischöfe strebten im Wesentlichen drei Punkte an, der Latinisierung zu entgehen, wenn sie weiterhin Untertanen der polnischen Krone blieben; nicht unter die Jurisdiktion des neuen Patriarchates von Moskau zu geraten, das ihre bisherige Eigenständigkeit gefährdete; und vor allem dieselben Rechte wie der römisch-katholische Klerus im Königreich Polen-Litauen. Sie boten im Gegenzug die Einheit der Kirche nach einem Modell an, das außer ihnen niemand beachtete, weil sich die ekklesiologischen Rahmenbedingungen in Rom verändert hatten. Sie wollten ein Teil der orthodoxen Kirche bleiben und ihre Verbindungen zum Ökumenischen Patriarchat aufrecht erhalten, während sie gleichzeitig sanft in die römische Kirche integriert wurden und ihre politischen Rechte gegenüber der polnischen Krone sicherten. Dadurch glaubten sie, ihre Privilegien retten und schmerzhafte Einschnitte in das bestehende System verhindern zu können.

Diese ekklesiologischen Fragen spielen in den Diskussionen zwischen der ukrainisch-katholischen und der orthodoxen Kirche bis heute eine Rolle - ohne die nationalen und politischen Aspekte dieses Problems zu vergessen. Jedenfalls hatte Rom andere Pläne, von denen sich im Herbst 1595 die beiden Bischöfe Kirill und Ipatij während ihres Besuches in Rom überzeugen ließen, wodurch sie mit einem völlig anderen Ergebnis nach Hause zurückkehrten, das ihren ursprünglichen Auftrag ins Gegenteil verkehrt hatte. Daher gab es im Herbst 1596 zwei getrennte Synoden der Befürworter und Gegner der Brester Union, war also von Anfang an jenes Ergebnis bei allen Bemühungen herausgekommen, das man auf jeden Fall zu vermeiden versucht hatte.

Die Kirchen bleiben getrennt und haben einen zusätzlichen Streitpunkt
Im Laufe des 17. Jh.s stellte sich heraus, dass weder die römisch-katholische Kirche noch die neue „unierte“ Kirche oder die weiterhin bestehende orthodoxe Kirche eine wirkliche Freude mit der neuen Situation hatten. Zwar verlagerten sich die Problemfelder auf die regionalen Ebenen und in die Niederungen der Politik, doch die Gräben, die dabei aufgerissen wurden, belasten bis heute das Klima, oft nachhaltiger und intensiver, als man im Westen überhaupt noch glauben kann. In den einzelnen Diözesen gab es ein generationenlanges Tauziehen um die Pfründe der Bischöfe, den Besitz der Kirchengebäude, Residenzen und die Steuern, in dem die Unierten nur überleben konnten, weil der lateinische Klerus ein schlechtes Gewissen hatte und die Könige Polens, allen voran Jan II. Kazimir (1648 – 1668) und Jan III. Sobieski (1674 – 1696) wiederholt hilfreich mithalfen, die labilen pastoralen Strukturen dadurch zu festigen, dass man orthodoxe Bischöfe mit der Aussicht auf spezielle Privilegien ins Lager der Unierte lockte.

Ende des 18. Jh. gerieten infolge der drei polnischen Teilungen die Unierten erneut zwischen alle Fronten, weil in jenen Gebieten (Luck, Brest, Kiev), die zur russischen Krone kamen, umgehend eine weitreichende Russifizierung einsetzte, die 1839 unter Zar Nikolaus I. mit der Aufhebung der unierten Kirche und ihrer Wiedereingliederung in die orthodoxe Kirche endete; in jenen (wenigen) Gebieten (südliches Ostpreußen), die zu Preußen kamen, die Unierten umfangreiche Behinderungen ihrer pastoralen Arbeit hinnehmen mussten und bis 1918 mehr aus der Gesellschaft hinausgedrängt als in sie integriert waren; und nur in Galizien (Lemberg, Ivano-Frankivsk und Przemysl) unter österreichischer Herrschaft ein gedeihliches Miteinander und eine Entspannung möglich war, was letzten Endes wesentlich dazu beigetragen hatte, dass sich über das Bildungswesen unter den Unierten jenes ukrainische (von den Österreichern als ruthenisch bezeichnete) Nationalbewusstsein entwickeln konnte, aus dem im 19. Jh. die Grundlagen für die heutige Unkraine entstanden.

Im 20. Jh. veränderten sich die Rahmenbedingungen erneut, weil mit dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie Galizien ein Teil der neuen polnischen Republik wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg der überwiegende Teil aller Gläubigen der ukrainisch-katholischen Kirche Bürger der Sovjetunion wurden. Das bedeutete 1946 vorübergehend den Untergang der ukrainisch-katholischen Kirche, die auf Geheiß Stalins mit der orthodoxen Kirche analog den Vorgängen von 1839 zwangsvereinigt wurde. Großerzbischof Josef Slipyj verschwand wie viele andere Bischofe und Priester in Sibirien, durfte jedoch nach langem geduldigen Wirken der vatikanischen Diplomatie 1963 nach Rom ausreisen, wo ihn Papst Johannes XXIII. mit großer Demut und Freude empfing.

Die Reliquien des hl. Josaphat (Josaphat Konzewytsch 1580–1623), der seinen Einsatz für die Kirchenunion mit einem grausamen Tod bezahlen musste und 1867 von Papst Leo XIII. heilig gesprochen wurde, kamen nach dem Ersten Weltkrieg auf recht abenteuerliche Weise nach Wien und wurden ebenso spektakulär 1949 vor der sowjetischen Besatzungsmacht nach Rom in Sicherheit gebracht.

Die Katholiken der Ukraine heute
Die Wiederherstellung des Zustandes aus der Zeit vor 1946 ist im modernen ukrainischen Staat auf keinen Fall eine Lösung, weder in theologischer Hinsicht noch im Blick auf die Ökumene. Es ist langfristig für den inneren Frieden und den Zusammenhalt des Staates notwendig, einen Ausgleich zu finden.

Von ekklesiologischer Seite bietet das II. Vatikanum eine Lösung an, die allerdings noch viel zu wenig bekannt ist und von den Beteiligten noch zu wenig diskutiert wird, obwohl Großerzbischof Lubomyr Husar von Lemberg immer wieder diesen Punkt anspricht. Das Konzil hat eine Rechtssituation wiederhergestellt, die den Status der ukrainisch-katholischen Kirche in der Mitte zwischen der römischen und der orthodoxen Kirche wieder ermöglicht und die These von der strikten Trennung nicht erhärtet.

So könnte sich die Jugend, die in kommunistischer Zeit zum Teil in die Orthodoxie hineingewachsen ist, gleichzeitig mit Moskau und Rom verbunden fühlen. Der Moskauer Patriarch Alexej I. hat 1964 eine Lösung beschlossen, die in die gleiche Richtung ging: die Möglichkeiten für Orthodoxe und unierte Katholiken zur Teilnahme an der Eucharistie in der jeweils anderen Konfession ohne Infragestellung der eigenen Kirchenzugehörigkeit zu gestatten. Vor allem die griechisch-orthodoxe Kirche hatte damals den Patriarchen gezwungen, die Lösung wieder rückgängig zu machen. Aber auch die Führer der katholischen Ukrainer in der Diaspora (500.000 katholische Ukrainer leben seit 1945/6 in den USA, 60.000 in Kanada, 150.000 in ganz Europa) hatten mit dieser Regelung keine Freude.

Erst der Besuch des sowjetischen Staatsoberhauptes Gorbatschow am 1. Dezember 1989 brachte für die Unierten in der Ukraine den ersehnten Durchbruch, der sich seit 1980 abgezeichnet hatte, aber von den Sowjets lange nicht zugegeben werden konnte, nachdem man ernüchtert feststellen musste, dass es 1946 – 1980 nicht gelungen war, die ukrainisch-katholische Kirche zu vernichten, sondern dass sie stattdessen im Untergrund ein derart reges Eigenleben entfaltet hatte, dass ihre Existenz nicht mehr geleugnet werden konnte.

Aus den Kreisen der seit 1990 wieder zugelassenen und gut organisierten ukrainisch-katholischen Kirche kamen daher 1991 wesentliche Impulse für die Unabhängigkeit des ukrainischen Staates, dessen Stabilisierung, wenn auch das Zusammenleben zwischen Orthodoxen und Katholiken in der Ukraine seither nicht leichter geworden ist. Die Katholiken leben konzentriert im Westen des Landes, während nach Osten hin die Orthodoxen nicht nur die Mehrheit haben, sondern auch die Mehrheit der ethnischen Russen unter den Orthodoxen zunimmt.

Jedenfalls konnte Großerzbischof Miroslav Lubatschivskyj 1992 nach Lemberg zurückkehren, Seminare und Bildungseinrichtungen errichten, das pastorale Leben der Katholiken erneuern und durch sein Wirken, das von seinem Nachfolger Lubomyr Husar, den Bischöfen und Pfarrern der ukrainisch-katholischen Kirche fortgesetzt wird, der Ukraine und ihrer Selbständigkeit einen wichtigen Baustein einfügen.

 

- Geschichte der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche

 

- Orden -

Ukrainian Studite Monks

Basilian Order of Saint Josaphat